Mit der weltweiten Verbreitung des Bernhardiners in
den sechziger Jahren stellte sich das Bedürfnis nach einer engeren
Zusammenarbeit unter den verschiedenen Klubs ein, denn man befürchtete,
und dies sicher mit Recht, dass die Ansichten über das anzustrebende
Zuchtziel mit der Zeit weit auseinanderlaufen könnten und wir früher
oder später einen Bernhardiner amerikanischer, einen englischer und
einen kontinental-europäischer Prägung haben würden. An Beispielen
von anderen Rassen fehlt es ja wahrhaftig nicht. Ein erster Anlauf zu
einem Zusammenschluss auf internationaler Ebene wurde 1931 genommen
und ein «Weltbund der St.-Bernhard-Clubs» gegründet, dem die Klubs
aus der Schweiz, Holland, Deutschland und der Tschechoslowakei angehörten.
Seine einzige Tat scheint eine Reise auf das Hospiz gewesen zu sein,
dann schlief die Sache wieder ein. An der Vorstandssitzung vom 31. Mai
1967 wurde dann wieder über die Gründung einer Weltunion der
St.-Bernhard-Clubs diskutiert. Initiant war der damalige Vizepräsident
des schweizerischen Klubs, Albert de la Rie. Der Vorstand stellte sich
der Gründung einer solchen Ver- einigung durchaus positiv gegenüber,
wenn folgende Forderungen erfüllt würden:
- Sitz der Weltunion ist die Schweiz.
- Der Standard für den St. Bernhardshund kann nur durch die
Schweiz geändert werden .
- Präsident der Union ist stets ein Schweizer, zudem stellt die
Schweiz den Kassier und einen Beisitzer.
- Die finanziellen Belange müssen vor der Gründung genau
geregelt werden .
Am 8.Juli 1967 lagen die Zusagen der Klubs aus
Deutschland, Amerika, Italien, Frankreich und Holland vor. Die Gründungsversammlung
wurde auf den 23. September festgesetzt.
Im Jahresbericht 1967 wird dann vom Präsidenten über
den in allen Teilen wohlge- lungenen Anlass berichtet, vor allem die
Reise auf das Hospiz war für die auslän- dischen Gäste ein
unvergessliches Ereignis.
In der Folge erschien dann während der Amtszeit
von A. de la Rie periodisch «Barry International», worin umfassend
darüber berichtet wurde, was weltweit in Sachen Bernhardiner geschah.
Schade, dass diese Blätter, die allerdings einen riesigen Zeitaufwand
seitens des Herausgebers erforderten, ihr Erscheinen eingestellt
haben.
Weltweit gibt es heute 26 Klubs für St.
Bernhardshunde mit insgesamt etwa 45‘000 Mitgliedern, der Klub in
der Schweiz zählt auf Anfang 1984 504 Mitglieder. Hunde aus Schweizer
Zuchten sind bis heute in über 90 Länder exportiert worden, und
viele Länder haben dem St. Bernhardshund landeseigene Briefmarken
gewidmet. Neben der Weltunion für Deutsche Schäferhunde dürfte die
Weltunion der St. Bernhard- Clubs die grösste internationale
Vereinigung von Rasseklubs sein, und dass sie, im Gegensatz zu ihrer
Vorgängerin von 1931, lebensfähig ist, beweisen die jeweils
stattfindenden Unionsausstellungen mit einer grossen Zahl von
Bernhardinern aus allen Ländern.